Malte Kebbel (* 1981 in Bremen) studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und beendete sein Studium als Meisterschüler von Tal R. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

Von zweidimensionalen Wandarbeiten im klassischen Ausstellungskontext bis hin zu raumgreifenden, begehbaren Installationen im öffentlichen Raum, schafft Malte Kebbel einzigartige Werke, die sich konzeptuell und visuell mit dem Thema Licht befassen. Der Künstler kreiert Arbeiten, denen bei Tageslicht eine klare Ästhetik zu Grunde liegt, die ihren wahren Charakter jedoch erst unter speziellem Lichteinfluss offenbaren und den Eindruck erwecken als entstammten sie einem anderen Raum-Zeit-Kontinuum. Kebbel bedient sich dabei selbstbewusst des Zusammenspiels von Lumineszenz und Schatten und experimentiert gekonnt mit unterschiedlichen Techniken und Materialien.

Seine Arbeiten zeichnen sich weiterhin durch eine intensive Wechselwirkung von Form und Farbe aus. Durch den Einsatz von geometrischen Formen, Höhen und Tiefen, die sich fragmentarisch zu einem Puzzle aus gefundenen und kreierten Bildern zusammensetzen, entsteht eine komplexe Sprache, dessen beinahe magischer Anziehung sich der Betrachter/die Betrachterin kaum verwehren kann.
Die scheinbare Realität, die nur aus der sichtbaren Oberfläche besteht, öffnet einen relativen Raum gespickt mit unzähligen Bildmotiven, die sich nach und nach zu verselbstständigen scheinen und beginnen, von den noch freien Nischen unaufhaltsam Besitz zu ergreifen. Die so entstehende Haptik mutet an wie ein Gebirge im Farbenrausch, eine verzerrte Wahrnehmung, die gleichsam irritiert und vertraut wirkt.

Dem Licht kommt dabei eine entscheidende Rolle zu: durch die Strahlung erhellt, der Dunkelheit entrissen, bringt es verborgene Geheimnisse der Bildcollage empor. Dem Betrachter/der Betrachterin bleibt nur ein kurzer Augenblick, sich den Moment zu eigen zu machen, da verändert der Lichteinfall die Gestalt des Werkes auch schon, einer sich wiederkehrenden Dynamik aber kaum zu greifenden Logik folgend.

Text: Britt Janina Heinker